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Globaleim ZKM Karlsruhe im kunstportal-bwttemberg

ZKM Karlsruhe im Kunstportal Baden-W¢®¢®¡¡ì¬©örttemberg

www.zkm.de

Das ZKM Karlsruhe im kunstportal-bw

04.03. - 30.08.2016

GLOBALE: New Sensoriums

• Ort ZKM_Lichthof 8 + 9
• Kosten Museumseintritt


Die Ausstellung »New Sensorium – Exiting Failures of Modernization« zeigt – ausgehend von der klassischen Definition für »Asien« als eurasischer Kontinent abzüglich Europas – vorrangig Werke nichtwestlicher, asiatischer KünstlerInnen. Ihr Schwerpunkt liegt auf neuen sensorischen Erfahrungsbereichen als Hinweisen auf jenes neue Bewusstsein, das aus Globalisierung und Digitaltechnologien erwächst. Das Sensorische meint jedoch nicht nur Sinneseindrücke, sondern umfasst auch die damit einhergehenden kognitiven Prozesse zur Neubewertung unserer sich verändernden Lebensbedingungen. In diesem Sinne ist das neue Sensorium als Sammlung von Mitteln verstehen, mithilfe derer wir uns mit der übergangsweise entstehenden engen Verbindung unseres virtuellen und unseres tatsächlichen Lebens aktiv auseinanderzusetzen können.

ZKM Karlsruhe im Kunstportal Baden-Wuerttemberg

Ebenso wie der Begriff »asiatisch« nicht nur für eine einzelne Kultur oder Ethnie steht, sondern vielmehr für nichteuropäische Traditionen in Eurasien, ist »New Sensorium« von einem Logos geprägt, der sich deutlich vom europäischen Modell unterscheidet: Ein intuitiver künstlerischer Umgang mit Phänomenen sowie ein ganzheitliches Zusammenführen von Denken und Handeln lassen eine Aufspaltung in Subjekt und Objekt obsolet werden und wirken damit dem anthropozentrischen Dualismus entgegen, der das westliche Verständnis der Welt nachhaltig geprägt, dabei aber – wie Bruno Latour und andere bemerkt haben – keine wirklich funktionierende Ideologie hervorgebracht hat.
Angesichts unserer nun neu zu entdeckenden informationellen Umwelt sowie den Fortschritten im Hinblick auf die Technologien zur Erzeugung und Verbreitung digitaler Daten ist es längst an der Zeit, die Beziehungen zwischen dem Materiellen, dem Informationellen und unserer eigenen Körperlichkeit zu hinterfragen.

Viele KünstlerInnen, die zu den »Digital Natives« zählen, haben ihr Leben in der instabilen und zugleich dynamischen Lage verbracht, im Kontext der ideologischen Umwälzungen der letzten dreißig Jahre, die zur Kapitalisierung und Urbanisierung Asiens führten, das prämoderne oder traditionelle kulturelle Gedächtnis immer wieder mit dem Zeitgenössischen verbinden oder es von ihm lösen zu müssen. Sie nutzen digitale Medien als Werkzeuge, um neue Umgebungen zu erschaffen und so ihre geistige Gesundheit zu bewahren. Im digitalen Raum können sie frei agieren und Überlebenstechniken ob der politischen, sozialen und gesellschaftlichen Krisen in ihrer tatsächlichen Umgebung erarbeiten. In solchen Prozessen werden Gefühle, Empfindungen und Wahrnehmungen geboren, die über das Potenzial verfügen, eine produktive, kritische und poetische Kraft zu entfalten, die im tatsächlichen Raum selten entsteht.

»New Sensorium« zeigt Werke von etwa 15 KünstlerInnen, die den weiteren Weg in die Zukunft erahnen können und Auswege aus den düsteren Verwirrungen der dualistischen Moderne erkunden. Die Ausstellung ist ein Schritt hinein in ein neues Ökosystem der Medien und des Materiellen, das auf eine andere Zukunft und andere Körper ausgerichtet ist – und somit eine Rückbesinnung auf den Organismus. (Yuko Hasegawa)

Mitwirkende und KünstlerInnen
Yuko Hasegawa (Kuratorin), Saâdane Afif, Tarek Atoui, Rohini Devasher, Valia Fetisov, Tara Kelton, Nile Koetting, Mirai Moriyama, Magdi Mostafa, Kohei Nawa, Bruce Quek, Raqs Media Collective, Rhizomatiks, Sptuniko!, Shiro Takatani / Dumb Type, Lin Ke

• Organisation / Institution ZKM | Karlsruhe

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