home > - Textdesign Miroslav Tichy
NEWSLETTER KONTAKT/IMPRESSUM SITEMAP
Web
  
        BILDENDE KUNST
        AKTUELLE AUSSTELLUNGEN
        KÜNSTLERINNEN UND KÜNSTLER
         
         
        MUSEEN
        MUSEUM RITTER WALDENBUCH
        MUSEUM IM PREDIGER SCHW. GMÜND
        KUNSTHALLE TÜBINGEN
        KUNSTMUSEUM RAVENSBURG
        ZKM KARLSRUHE
        KUNSTHALLE KARLSRUHE
        KUNST BEI WÜRTH
        STAATAGALERIE STUTTGART
        KUNSTHALLE BADEN-BADEN
        STIFTUNG FÜR KONKRETE KUNST REUTLINGEN
         
        STÄDTISCHE GALERIEN
        STÄDTISCHE GALERIE KARLSRUHE
        GALERIE IM PREDIGER SCHW. GMÜND
        FRUCHTHALLE RASTATT
        STÄDTISCHE GALERIE OSTFILDERN
        KUNSTHALLE GÖPPINGEN
        STGA. BIETIGHEIM-BISSINGEN
         
        PRIVATE UND GEMEINNÜTZIGE KUNSTINSTITUTIONENN
        GALERIE ARTLANTIS STUTTGART
        GEDOK KARLSRUHE
        GALERIE IM PETRUSHOF
        art KARLSRUHE
         
        KUNSTPORTAL-BW-KUNSTSHOP
 
       KULTURREDAKTION
       Harald Schwiers
       Prof. Uli Rothfuss
       Jürgen Linde und Dietmar Zankel
       Achim Fischel
         
       Viola Eigenbrodt
       Dr. Thorsten Stegemann
        
Viola Eigenbrodt über Miroslav Tichy im kunstportal-bw

www.viola-eigenbrodt.de

Pars pro Popo – die verschwommenen Welten des Miroslav Tichý

ZEPHYR/ Raum für Fotografien C4, 9, Mannheim bis 26.05.2013

Mit diesen Kameras machte er sich zeitweise täglich auf die Suche nach seinen Motiven. In erster Linie waren es Frauen, über in der Stadt, wo er sie gerade sah und vorfand. Und dies weitgehend heimlich und auch unbeachtet von der Kunstszene.

Seine Vorliebe für Frauen und ihre Körper wird von manchen Kritikern auch als Hommage an die weibliche Figur bezeichnet. Er selbst sagte, er stelle nur dar, was wirklich sei. Bemerkenswert ist auch die reine Menge an Fotografien, die Tichý gemacht hat. So hatte er über Jahrzehnte hinweg die Maxime, täglich eine bestimmte Anzahl an Bildern zu schießen, lange Zeit waren das 3 Filme à 36 Bilder pro Tag.

Die verschwommenen und verwaschenen Fotografien entwickelt er selbst, auf ihnen finden sich so gut wie immer Bromflecken, Fingerabdrücke oder auch das ein oder andere Mal eine Fliege. Das alles gehört Tichýs Meinung nach zur Kunst dazu. Die Bilder selbst klebt er meist auf Pappe und malt ihnen manchmal mit Filzstiften bunte Rahmen. Hin und wieder "verbesserte" er die Bilder auch durch Nachzeichnen einiger Linien, z.B. der Augenbrauen oder der Beine. So entstanden ausschließlich Unikate.

Der Raum für Fotografie der REM in Mannheim, ZEPHYR, zeigt eine analytische Schau mit bislang überwiegend ungezeigten Aufnahmen mit dem Fokus auf dem ästhetischen Phänomen Tichý.

Erst 2004 erschien der Fotograf wie ein Komet mit seinem unerhörten Oeuvre am Kunsthimmel: Harald Szeemann hatte sein singuläres Werk auf der Biennale in Sevilla präsentiert und Tichý war mit einem Mal in aller Munde. Die Kunstwelt staunte, wie es sein konnte, dass ein derart moderner Fotograf in bitterer Armut, drangsaliert von den lokalen Autoritäten und trotz seelischer Probleme ein so beeindruckendes Oeuvre erstellen konnte und niemand davon wusste.

Fortan kümmerte sich eine Stiftung in Liechtenstein um sein Werk. Galeristen in aller Welt vertrieben seine Fotografien. Museumsausstellungen in Zürich, Paris, New York oder Moskau faszinierten die Medien. Doch trotz seines plötzlichen Ruhms beharrte Miroslav Tichý auf seinem zurückgezogenen und asketischen Leben in materieller Armut und versuchte sich bis zu seinem Tod der Inbesitznahme seitens der Kunstwelt zu verweigern.

Die sehr empfehlenswerte Ausstellung Die Stadt der Frauen stellt mit etwa 140 Werken von Privatsammlungen aus der Schweiz, aus Tschechien, Frankreich und Deutschland den visionären Künstler Miroslav Tichý einem interessierten Publikum dar, das den Tschechen sicher bisher noch nicht kannte.

Der begleitende Katalog recherchiert erstmals unabhängig Tichýs Leben und Kunst anhand gesicherter Quellen und unabhängiger Zeitzeugen und untersucht die kunsthistorische Rezeption und ästhetische Strahlkraft des Phänomens Miroslav Tichý. So gelang es, sein Leben in relevanten Teilen neu zu erzählen. Hinter dem schwer fassbaren Mysterium Tichý erschien ein intelligenter, gebildeter und freiheitsliebender Künstler, der sich radikal gegen jede Vereinnahmung zu wehren versuchte.

ZEPHYR/ Raum für Fotografien C4, 9, Mannheim bis 26.05.2013

zurück zur Übersicht bitte

Seite weiter empfehlen
KOOPERATIONS-
PARTNER:
 
 kunstportal-bw-
  DIENSTLEISTUNGEN
 AKTUELLES

"...sein Lächeln strahlte golden."
Teil 2 des Künstlerporträts über Wolfgang Gießler

Ute Krautkremer: Shanghai Biennale 2019
Internationaler Erfolg für Ute Krautkremer

Interpunktionen
bis Juni 2020: Katharina Hinsberg im Saarland-Museum

Werben für Kunst-Ausstellungen im kunstportal-bw
Unser Angebot
 
 
Themen auf dieser kunstportal-bw-Seite: Kulturredaktion im SWO | Kunstportal Baden-Württemberg | Beiträge von Viola Eigenbrodt | Ulrike Mannel