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Die 1990er Jahre - Kunst in Baden am Ende des 20. Jahrhunderts –in der Städtischen Galerie Fruchthal

Städtische Galerie Fruchthalle Rastatt

15.05. - 05.10.2014

Die 1990er Jahre - Kunst in Baden am Ende des 20. Jahrhunderts

Aktuelles zur Ausstellung:
13.09., 15 Uhr: Führung zu den Exponaten der Sammlung Westermann
03.10., 15 Uhr: Gedichte der 1990er Jahre - Peter Hank liest Fremdes und Eigenes

Die 1990er Jahre - Kunst in Baden am Ende des 20. Jahrhunderts aus der Sammlung Rastatt und der Sammlung Westermann mit einer "Erkundung der Welt" von Günther Karcher und "Bildfindungen" von Walter Schiementz

Das Fin de siècle des 20. Jahrhunderts bildet eine 12-Jahres-Dekade und als solche einen in sich geschlossenen, vollkommenen Zyklus. Er beginnt euphorisch mit dem Fall der Mauer im Herbst 1989 und endet tragisch mit dem Terroranschlag auf die Twin-Towers von New York am 11. September 2001. Dazwischen folgen nicht nur Licht und Schatten, Zerfall und Aufbruch, Vision und Illusion schlagartig aufeinander, sondern die Gegensätze stehen dicht zusammen wie die Dioskuren-Zwillinge Castor und Pollux. In der damit verbundenen Wechselspannung siedelte die Generation X mit Love-Parade und Techno-Sound, während das Phänomen der Globalisierung neue Horizonte in Aussicht stellte, aber auch erste Schatten voraus warf. Zugleich wechselte die allgemeine Gemütslage laufend zwischen Weltuntergangsstimmung und wandlungsoffener Begeisterung. Der Tanz auf dem erloschenen Vulkan des Kalten Krieges sprang fortwährend hin und her zwischen elegischem Tango, verursacht durch die Implosionskriege, die der Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus nach sich zog, und euphorischen Stepp-Einlagen, die die Gründerjahre der New Economy, die Privatisierungstendenzen des neoliberalen Kapitalismus und die Heraufkunft des digitalen Zeitalters auslösten.

Städtische Galerie Rastatt im Kunstportal Baden-Württemberg

Blick auf die Sonderschau von Günther Karcher im Mezzaninbereich der Städtischen Galerie Fruchthalle Rastatt
© Städtische Galerie Fruchthalle Rastatt

>In der bildenden Kunst wirkt sich das Jahrzehnt mit seinen Auf- und Abbrüchen durch eine weitere Zunahme der Diversifizierung in Einzelpositionen aus. Die individuelle Ausrichtung gewinnt mehr und mehr Oberhand über die Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Richtungen. Auch wenn nach wie vor eine formale Orientierung an bestehenden Konzepten stattfindet, lösen sich die Sichtweisen und Umsetzungen von geläufigen Kontexten ab und bilden ganz persönlich geprägte Formate aus. Diese Tendenz lässt sich sowohl deutschlandweit als auch in der Kunst des Südwestens erkennen, wie sie in der Sammlung Rastatt und der Sammlung Westermann repräsentiert ist.

Die Städtische Galerie Fruchthalle Rastatt greift die Thematik des Jahrzehnts in einem Überblick auf. Die Ausstellung zeigt in mehr als 50 Exponaten aus den Sammlungsbeständen ein breites Spektrum an künstlerischen Behauptungen der oben beschriebenen Art, in denen deutlich wird, dass die Tendenz zur Individualisierung einen Gegenstrom zur egalitären Uniformität der heraufziehenden Globalisierung bildet. Zu den ausgestellten Künstlerinnen und Künstler gehören so namhafte Persönlichkeiten wie Alfonso Hüppi, Lothar Quinte, Wolf Pehlke, Armin Göhringer, Sabine Funke, Stephan Balkenhol, Renate Koch, Vera Röhm, AGNESS, Hildegard Fuhrer, Karl Heinz Bux, Ralph Fleck u.v.a.

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