home > - Madeleine Dietz 21.Oktober 2019
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Madeleine Dietz im Kunstportal Baden-Württemberg

27.10. – 15.12.2019 | Kunst – trotzt – Ausgrenzung

Ent-Festung

(Ort:) ehemaliges KZ Osthofen

Madeleine Dietz im Internet:
Website: www.madeleinedietz.de
E-Mail: madeleine.dietz@gmx.de

Künstlerinnenporträt im kunstportal-bw: Man lebt aus den Energien, die man verbraucht

Madeleine Dietz im kunstportal-bw

Madeleine Dietz: Ent-Festung, 2019
ehemaliges KZ Osthofen bei Worms; Stahlplatten, Stahlkuben, Erde, LKW Plane bedruckt | © Künstlerin, VG Bildkunst Bonn 2019; Foto: A. Pitz

"Mit den vielfältigen Arbeiten der internationalen und rheinland-pfälzischen Künstler und Künstlerinnen schärft die Ausstellung unsere Wahrnehmung für Menschen, die täglich Diskriminierungen ausgesetzt sind", so Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz und Schirmherrin der Ausstellung in Worms und Osthofen.
Die Künstler*innen unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft fordern den Betrachter dazu heraus, sich mit der Gestaltung einer offenen, vielfältigen und inklusiven Gesellschaft auseinanderzusetzen. Ihre Werke sind in der Gedenkstätte KZ Osthofen und in verschiedenen Wormser Kirchen zu sehen. Die Ausstellung läuft bis zum 15. Dezember; daneben findet ein umfangreiches Begleitprogramm statt.

Entfestung
Das Werk von Madeleine Dietz kreist seit vielen Jahren um die Fragen des Verhältnisses von Fragment und Ganzheit, von Stabilität und Labilität, von Erde und Stahl, von dem, was Leben spendet und dem, was Tod bringt. In einer Fülle von Arbeiten und Installationen ist sie den "Schichten in der Zeit", den "Zeit-Räumen" und den "Sedimenten" in der uns umgebenden Kultur nachgegangen und macht diese den Betrachterinnen und Betrachtern neu bewusst.

Aktuelle Arbeiten von Madeleine Dietz handeln von Ent-festungen, von Aufbrüchen, Übergängen und Neuordnungen. Die Ent-Festung unserer Existenz vollzieht sich seit Jahrhunderten. Anfangs betraf es nur die Stadtgrenzen, dann die Nationengrenzen und schließlich die privaten Häusergrenzen. Während die Menschen lange versuchten, sich in Häusern und Nationen einzurichten ('Festung Europa'), werden in neuerer Zeit alle Grenzen immer durchlässiger. Wir können zwar weiterhin verbal Festungen errichten, aber wir kommen nicht umhin, weltweit unsere instabiler werdende Existenz neu zu reflektieren.

Madeleine Dietz verleiht der Erfahrung des Unbehaustseins und der Rückkehr zum Nomadischen einen künstlerischen Ausdruck. Das Material‚ Stahl, scheint zunächst für Sicherheit, für Konstruktion und Abgrenzung, für Undurchdringbarkeit zu stehen. Die künstlerische Schichtung der Materialien, ihre an Instabilität grenzende Konstruktion verweist aber auch auf die Brüchigkeit dieses Scheins. Die Objekte stehen im Weg, erzwingen Um-Wege, schließen sich aber nicht mehr.

Madeleine Dietz schichtet Stahlplatten, wie ehedem ihre Erdstücke, zu einem Gebilde, das bei aller Solidität zugleich auch Züge von einem Fragment bekommt. Der Stahl wirkt nun vorläufig, nicht mehr endgültig. Er kann sich noch zu einem Kubus erheben, aber die Platten rundherum lassen die Gegenkräfte erkennbar werden. Das Ganze wird zu einem Objekt mit Entwurfscharakter, weil es jederzeit sich verändernden Gegebenheiten angepasst werden kann, so seinen Festungs-Charakter verliert und nomadisch erscheint. Die Erde wird als Erinnerung mitgeschleppt, denn "Wirklich daheim ist man nur, wo man die Toten auf dem Friedhof hat." (Alois Hotschnig)

Das ist unmittelbar politisch. Im Vergleich zu früheren Arbeiten von Dietz, die vom Ruinösen und Vergänglichen sprechen, treten nun Elemente des Übergangs und des Vorläufigen hervor. Wir sehen eine künstlerische Metapher: Gitter, Stahl, Erde gibt es weiterhin, aber sie sind nun reversible Elemente, sie sind ent-festet, Momente im Prozess von Aufbrüchen, Übergängen und Neuordnungen.

Text: Andreas Mertin

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