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Kunstmuseum Reutlingen im kunstportal-bw

Kunstmuseum Reutlingen im kunstportal-bw

27. Oktober 2019 bis 01. März 2020

Damien Deroubaix: | Headbangers Ball part 3: Alte Meister (Komödie)

Damien Deroubaix, 1972 in Frankreich geboren, fordert uns mit seinen häufig großformatigen Druckgrafiken, Gemälden und Installationen und den dort zum Ausdruck kommenden Bildwelten heraus. Diese lassen ein Gefühl des Unbehagens und zugleich der Vertrautheit aufsteigen, sind doch die Figuren und Symbole in den Tiefen unseres kollektiven Bildgedächtnisses abrufbar.

Sammlung Gabriele Kuebler im Kunstportal Baden-Württemberg

© Bild/ Plakat: Kunstmuseum Spendhaus Reutlingen

Die Betrachter haben nur zwei Möglichkeiten: sich abrupt wieder abwenden oder eintauchen, um dann für eine lange Zeit diesen archetypisch geprägten (Alb)Traumbildern mit ihren oft verstörenden Kulissen nicht mehr entkommen zu können. „Manchmal kombiniere ich bewusst Motive, die nichts miteinander zu tun haben. Ich habe schon immer ein wenig mit dem Absurden gespielt.“ In den neueren Arbeiten verbindet Deroubaix diese Elemente seines Bildrepertoires durch Raum- oder Landschaftsgestaltungen.

Bereits während seines Studiums an der École des Beaux Arts St. Etienne und der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe setzte sich Deroubaix mit grafischen Techniken, insbesondere dem Holzschnitt auseinander. Einige seiner Arbeiten beziehen sich inhaltlich und formal unmittelbar auf das Werk Dürers und immer wieder auf eines der klassischen Themen des Holzschnitts, den Totentanz. Für die Reutlinger Ausstellung entstand unter anderem eine Serie großformatiger Arbeiten, in denen sich Deroubaix mit berühmten Holzschnitt-Künstlern der klassischen Moderne, wie Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner oder Max Beckmann, auseinandersetzt.

Sowohl die Drucke als auch deren Hölzer werden in Ausschnitten und Bearbeitungen als Collagen Bestandteile neuer Arbeiten im Bereich der Malerei oder Installation. Mit großer Leichtigkeit und technischer Virtuosität wechselt Deroubaix zwischen den verschiedenen Medien, um eine Bildwelt zu transportieren, die sich zwischen Hochkunst und Trash ansiedelt und von den grundlegenden Fragen der Menschheit handelt.
Nachdem Damien Deroubaix zehn Jahre in Berlin ansässig war, lebt und arbeitet er wieder in Frankreich in Paris und Meisenthal.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in Zusammenarbeit mit dem Musée d'Art Moderne et Contemporain de Saint-Étienne und dem Musée d'Art Moderne et Contemporain de Strasbourg.
Texte: Julie Gandini, Estelle Pietrzyk; Interview: Martine Dancer-Mourès mit Damien Deroubaix (französisch mit deutscher und englischer Übersetzung)
172 Seiten, ca. 110 Farbabbildungen
Museumspreis 32 Euro

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