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Kulturtipps von Uli Rothfuss in der Virtuellen Kulturregion

Kulturtipps von Uli Rothfuss in der Virtuellen Kulturregion

Die Templer und der Orientmaler.
Ein Sommertheater in Simmersfeld.

von Uli Rothfuss

Mit den Templern auf die Reise ins gelobte Land: die Simmersfelder Kulturwerkstatt nimmt in ihrem diesjährigen Sommertheater die Besucher mit auf eine „Reise nach Jerusalem“, so der Titel des im und um das neu erbaute Simmersfelder Fest.Spiel.Haus inszenierten Theaterstückes.

Es ist schon ein Markenzeichen der Simmersfelder Kulturwerkstatt geworden, historische Stoffe zu recherchieren, aufzuarbeiten, und unterhaltsam und spannend zugleich in Szene zu setzen. Und wieder führt die gekonnte Mischung aus professionellen Theatermachern – mit der Regisseurin Helga Kröplin ist gar ein ausgesprochener Glücksgriff gelungen – und Laiendarstellern, diese freilich meist mit langjähriger Spielerfahrung, in dem Nordschwarzwälder Dorf zu einem ausgesprochenen Theatererlebnis, das darüber hinaus Einsichten, Lerneffekte, das Entdecken der Geschichte der eigenen Region erlaubt.

Wer waren die „Templer“? Sie haben nichts zu tun mit dem Ritterorden der Tempelherren in der Kreuzzugszeit, dieser wurde schon 1312 aufgelöst. Die Templer sind eine christliche Gemeinschaft, die aus dem protestantischen Pietismus vor allem Württembergs heraus entstanden ist, ins Leben gerufen durch den Theologen Christoph Hoffmann, der auch Abgeordneter in der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche nach der Revolution 1848 war. Die Erweckungsbewegung der Templer wollte durch die starke christliche Gemeinschaft eine Erneuerung der Gesellschaft durchsetzen, die sie bei den etablierten Kirchen immer weniger möglich sah. Jeder einzelne sollte sich, sein Leben und Handeln, direkt an den Jesusworten ausrichten, dogmatische Bekenntnisse der Kirche waren nachrangig. Der Einzelne ist lebendiger Baustein am geistigen Tempel Gottes. Es kam zum Bruch mit der evangelischen Kirche, 1856 wurde eine erste Mustergemeinde gegründet, viele der „Templer“ verkauften ihr Hab und Gut und wanderten aus – eben ins „Gelobte Land“, nach Palästina, da aufgrund der prophetischen Verheißung das Reich Gottes seinen Siegeszug von Jerusalem aus antreten sollte. Palästina war zu jener Zeit „ein wüstes Land im damaligen Türkischen Reich“ – „das Land hatte keinen einzigen ordentlichen Hafen, seine Wälder waren abgeholzt, seine Landwirtschaft war primitiv, und es hatte mehr verfallene Ortschaften als bewohnbare“, schreibt der israelische Historiker an der Universität Haifa, Prof. Alex Carmel, und weiter: „Durch Begabung und Fleiß gewannen sie (die Templer) bald Ansehen. Sie bauten mustergültige Kolonien, hübsche Häuschen, von Blumengärten umgeben – ein Stück Heimat im Herzen Palästinas“.

Das ist der Hintergrund des Stückes, das die Kulturwerkstatt über rund ein Jahr hinweg erarbeitet hat, das Panorama, das von der Provinzialität des württembergischen Schwarzwaldes bis hin zum orientalischen Treiben (mit echten Kamelen!) in Haifa reicht. Wieder erarbeitete sich die Kulturwerkstatt ihr Stück im Prozess. Es war kein fertiger Theatertext, der am Anfang stand, sondern der historische Hintergrund. Für die Anbindung an eine individuelle Geschichte sorgt die Figur des Orientmalers Gustav Bauernfeind, gebürtig aus Sulz am Neckar, dessen Wege sich immer wieder mit den Templern kreuzen – und der doch geeignet ist, einen für die theatralische Umsetzung geeigneten Gegensatz darzustellen. Bauernfeind fühlt sich nichts als seiner Kunst verpflichtet, er sagt 1885 in Jaffa: „Man müsste hier verzweifeln, wenn man nicht ein Maler wäre, oder ein Templer, die einem religiösen Phantom nachjagen.“ Die Beziehungen werden noch verschränkter, als Bauernfeind die Missionarin Elise Bertsch heiratet – und damit sich, ohne sein eigenes liberales Gedankengut aufzugeben, intensiv mit Templern und Pietisten auseinandersetzen muss. Eine Fundgrube an Dialogen, an Ideen für gutes Theater.

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