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Kulturtipps von Uli Rothfuss
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Kontemplativ, futuristisch und vollsinnlich: das dichterische Werk des großen türkischen Erneuerers Nazim Hikmet

Nazim Hikmet: Hasretlerin Adi / Die Namen der Sehnsucht. Gedichte.

Der große türkische Dichter Nazim Hikmet steht für die moderne Türkei, und sein literarisches Werk kann für die türkische Literatur kaum überschätzt werden. Umso erstaunlicher, dass er hierzulande immer noch kaum mehr als einem Insider-Publikum bekannt scheint. Dies sollte dieser wunderbar aufgemachte, zweisprachige Band, mit Gedichten in der vollendeten Übersetzung von Gisela Kraft, grundlegend ändern.

Hikmet, 1902 in Saloniki geboren, war ein von seinem Land Geplagter. Gefängnisaufenthalte – zwei Jahre im berüchtigten Bursa in Anfang der Dreißiger Jahre, und dann ab 1938 wegen angeblicher „Anstiftung zum Aufruhr“ verurteilt zu 28 Jahren Gefängnis und nach 12 Jahren aufgrund internationaler Proteste und Hungerstreik freigekommen, immer wieder zu Fluchtaufenthalten im Ausland gezwungen – wo er wesentliche Anregungen für sein eigenes Schafen erfährt, vor allem in der Sowjetunion, Hikmet nutzte alle diese Erfahrungen und sie fanden Eingang in sein vielschichtiges Werk – in Theaterstücke, Prosatexte, und vor allem in seine Gedichte.

Er stirbt im Jahr 1963 in Moskau, die türkische Staatsbürgerschaft war ihm aberkannt worden, und doch blieb er seinem Land und seiner Muttersprache wie kein zweiter seiner Generation verbunden, auch wenn er in einem Gedicht schreibt: „meine Werke werden in dreißig vierzig Sprachen gedruckt/ in meiner Türkei in meinem Türkisch sind sie verboten“.

Heute gilt er als der Erneuerer der türkischen Literatur, seine Gedichte kennt in der Türkei jedes Kind. Dass viele heutigen Dichter ihn kopieren, gilt in der Türkei nicht als Plagiat, sondern als Huldigung an den Meister – erläutert uns Gisela Kraft in ihrem kenntnisreichen Nachwort, das einen blendend geschriebenen Essay darstellt. Nazim Hikmet spreche zum „aufgeschlossenen Weltbürger“, unsterblich, kontemplativ, futuristisch in manchem, mit seinem „Epos vom Scheich Badreddin“ hat er im Gefängnis Bursa seine wohl beliebteste Dichtung geschrieben – ein Werk, so Gisela Kraft, in dem „sich Schicksal und Werk des Verfassers in ihm auf verblüffende Weise verknüpfen“; selbstverständlich ist diese Dichtung im Hikmet-Band enthalten. Hikmet gilt als „Erfinder des großen sangbaren Epos, und auch als Zeitgenosse ist Hikmet – Nazim, wie ihn die Türken nennen – unsterblich: als „lauteres Ideal“, als Sprachspieler, der Sprache als „vollsinnlichen, unerschöpflichen Ausdruck des menschlichen Innern“ versteht, zugleich ein Sucher nach Frieden unter den Menschen, wie in seinem Gedicht: „Leben, einzeln und frei wie ein Baum/ und brüderlich wie ein Wald/ ist unser Traum“.

Wie schön diese Verse, geschrieben im Gefängnis, im November 45:

Vergiß die blühenden Mandelbäume.
Es hilft nicht,
an Dinge,
die dahin sind, soll man nicht länger denken.
Trockne dein nasses Haar in der Sonne:
weich wie überreife Früchte schimmern
die feuchten tiefroten Strähnen...
Liebste, meine Liebste,
wir haben
Herbst...

Ein Buch, zu dem der Verlag zu beglückwünschen ist, auf das die türkische Kultur stolz sein kann, und das wichtig ist für unser Europa.

Nazim Hikmet: Hasretlerin Adi / Die Namen der Sehnsucht. Gedichte. Türkisch und Deutsch. Ausgewählt, nachgedichtet und mit einem Nachwort von Gisela Kraft. Geb., 354 S., Ammann Verlag, Zürich 2008, 29,90 Euro.

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