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Kulturtipps von Uli Rothfuss im kunstportal-bw

Kulturtipps von Uli Rothfuss im kunstportal-bw

Im besten Sinne Fiktion:
"Die Liebenden von Mantua" von Ralph Dutli

Die beiden sich umarmenden Skelette eines jungen Paares, gefunden und archäologisch geborgen in der Nähe von Mantua, sind Anlass für die Recherchen des Autors – und des Autors Manu, seines Protagonisten im Buch – Ralph Dutli hat ein Buch im Grenzbereich zwischen kulturhistorischem Krimi und atmosphärisch verdichteter Liebesgeschichte, ausgehend von dem sich seit 5.000 Jahren umarmenden Paar der Jungsteinzeit, geschrieben.

Ein Roman, der den Leser aber doch etwas verstört zurücklässt; zumal jenen, der die Romane von Ralph Dutli mit Interesse verfolgt, ja, der begeistert ist nicht zuletzt davon, aus diesen kenntnisreich, spannend, mit Tempo erzählten Büchern viel, neues, zu lernen. Ralph Dutlis Bücher sind Belege dafür, dass man aus erzählender Literatur über Zeitläufte mehr, dauerhafter lernt als aus allen Geschichtsbüchern zusammen.

Kulturtipps von Uli Rothfuss im kunstportal-bw

Aber dieser Roman, wie verhält es sich mit ihm? Die etwas zu sehr abenteuerliche Krimigeschichte um den Conte Ignoti, der unseren Buchhelden, den auf Spurensuche befindlichen Autor Manu, entführt, gefangen hält, ihn in seinem Anwesen zwingt, schrägste Erlebnisse zwischen Delirium und Wachtraum zu machen, diese Geschichte ist hart an der Grenze, was noch hingenommen werden kann. Und erlaubt dem Autor, die beiden Kontrahenten zu grandiosen Dialogen zu führen über Welt, Liebe und eine neue Religion.

Anders die Liebesgeschichte des anderen Protagonisten im Buch, Raffa, der die Erdbebenschäden in Norditalien aufzeichnet, und deren beider Wege, Manus und Raffas, sich hier kreuzen nach früherer, intensiver gemeinsamer Geschichte. Seine Liebesannäherung an die junge Frau und mit ihr die Stadt führt ihn auf die Spur des verschwundenen Manu – Zweck erfüllt, die Geliebte, für die er sowieso nur der Ersatz für den Doppelgänger war, entschwindet.

Ralph Dutli erzählt zunächst einmal, wie man es von ihm kennt, mit Tempo, in mehreren Ebenen, er lässt uns Leser teilhaben am Räsonnieren seiner Figuren. Man lernt viel über Mantua, über das Liebespaar, der Autor orientiert sich an den zeitgeschichtlichen Fakten und erfindet eben diesen Diebstahl des ausgegrabenen Liebespaars hinzu, legt die Diebstahlstat dem Conte zur Last, der wiederum diese Jahrtausende überdauernde, sichtbare Liebe nutzen will, eine ganz neue Religion zu gründen. Alles führt Ralph Dutli immer wieder zusammen, lässt die Handlungsstränge kreuzen, entwirrt und führt das Ganze dann zu einem gloriosen Finale mit Mord und einem anschließenden noch etwas langatmigen Nachdenken des befreiten Manu.

Es ist dies eine Geschichte, die so schräg und zum Teil abstrus ist, dass sie schließlich wieder wahr sein könnte – im besten Sinne Fiktion. Und dennoch zögere ich, dieses Buch unter den anderen Dutlis in meiner Bibliothek hervorzuheben – für mich an manchen Stellen doch etwas zu konstruiert in Richtung Auflösung hin, der Zufälligkeiten zu viel, freilich, im Leben gibt es nichts, was es nicht gibt, aber für mich als Leser dennoch nicht schlüssig, gar zwingend genug.

Dieses Buch in bewährter Manier mit virtuos ausgebreitetem Können erzählt, den Bogen durchgehalten bis zum Schluss, mit grandiosen Bildern einer wundervollen Landschaft in Norditalien. Ralph Dutli ist wieder einmal eingetaucht in ein kulturhistorisches Thema und hat etwas ganz Überraschendes daraus gemacht: das wahrlich zu entdecken sein sollte!

Dutli, Ralph: Die Liebenden von Mantua. Roman. Geb., 276 S., Wallstein Verlag, Göttingen 2015, 19,90 €.

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