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Kulturtipps von Uli Rothfuss im kunstportal-bw

Kulturtipps von Uli Rothfuss im kunstportal-bw

Erzählen zur Grenze hin; ein Erinnerungsbuch.

Ein Essay zum Buch „Auch Brombeeren haben keine Bedeutung mehr“ von Rainer Wedler

von Uli Rothfuss

Sehr gewöhnungsbedürftig, dieses Buch. Zumindest, wenn man ohne Vorwarnung in die ersten Seiten hineinliest. Immerhin schreibt der Protagonist mit einem Faber-Castell, „mit einem schönen Faber-Castell“ gar, das geht runter wie Öl, „der so glatt und füllig in der Hand liegt, die Feder breit und weich“ (S. 14), das lässt mich erstmal weiterlesen: „Heute also feiere ich mein Ableben“.

Kulturtipps von Uli Rothfuss im kunstportal-bw

Rainer Wedler; © Foto: privat

Einer also, der sein Ableben „feiert“. Der den ironischen Blick auf das seltsame Trauergehabe fallen lässt, der sich offenbar lange schon vor dem eigenen Ableben mit Sitten und Bräuchen um die Friedhofs-Veranstaltung beschäftigt hat, der das Verhalten von Trauernden studierte, zu unterscheiden weiß solche, die plötzlich, wie auf Kommando trauern, von denen, die echte Tränen vergießen, der selbst zentralen Figuren wie den Sargträgern oder Grabaushebern auf die Finger geschaut hat, und der das alles einbezieht in seinen langen Plan von dieser erzählerischen Feier des eigenen Ablebens; und dessen Gedanken schweifen, abschweifen. Der sich in dem Roman immer mehr von sich selbst distanziert, der sich, sein ganzes, zurückliegendes, immer ferner aufscheinendes Leben, in den Blick nimmt, von außen. Der Standpunkte einnimmt, anderer, den seiner, Frauen zuvörderst, des „verlorenen“ Bruders, den von Freunden. Und immer wieder, der alte Narzisst, zu sich selbst zurück kommt, ja in sich selbst zurückfällt; der haben will, dass alles sich, einmal im Leben, nur um ihn dreht, und sei es, dass er jetzt als Toter noch ein Stück weiterleben muss, um das alles zu er-leben.

Einer, der sich hineingleiten lässt in seine konzentrischen Denkkreise, in jenen zum Beispiel vom schönen Stein der örtlichen Majolikamanufaktur (die vor kurzem eingegangen sein soll) hin zu dem rohgebrannten Boxerhund in der Vitrine der Großeltern, mit dem er, der Protagonist, lange bevor er einen Faber-Castell (um den nochmals zu nennen) adäquat in die Hand nehmen konnte, nicht spielen durfte. Und ja klar, kaum anders zu erwarten, er tat es doch, nahm den steinernen Boxerhund aus der Vitrine, taufte ihn mit Wasser aus der Regentonne, weil sich das so gehört, und der arme Boxer rutschte ihm aus der Hand und ließ sich einfach auf den Steinfußboden fallen, er verlor dabei das linke seiner spitzen Ohren.

Schon diese Episode verrät manches, über unseren Protagonisten, über den wir so viel direkt gar nicht erfahren, am meisten noch durch seine indirekten, erinnerten Aktionen im einstigen Leben. Immerhin, einen Namen hat er: Robert Bornecker. War mal Staatsanwalt, dann schnell die Karriereleiter rauf in einem Ministerium, zuletzt wohl Vorsitzender Richter. Mit Haus am See. In dem sich, das erfahren wir im Lauf einiger Erinnerungsschleifen, so manches abspielte zu Lebzeiten, das mit Alkohol und lustvollen Schreien über den See zu tun hat.

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